Abends habe ich die Gelegenheit mit der Afghanin Zaira, die längere Zeit in Deutschland war, über die Frauenhilfeorganisation zu reden. ‚Zu reden’ ist eigentlich nicht der richtige Ausdruck: Sie ist innerhalb kürzester Zeit hochgegangen wie eine Rakete und hat nur noch auf diese Organisation geschimpft: Diese NGO wäre gar nicht in Kabul, sondern in Pakistan, die illegalen Mädchenschulen unter den Taliban hätte gar nicht AFA gemacht, sondern andere Frauen. Sie würden jetzt nur so tun, als wären sie das gewesen und würden genug Geld bekommen, andere seien viel bedürftiger. Und die Frauen, die dort gefördert würden, kämen sowieso alle aus der Oberschicht. Das meiste, was die Frauen dort erzählen, sei gelogen. Die Organisation würde nur im Untergrund arbeiten. Alle Afghanen seien wütend auf sie. Alle wüssten auch, dass es eine maoistische Kadergruppe sei und sie sich nur gut tarnen würden. Früher hätten sie sogar Kinder erschossen, die ihnen im Wege standen. Alle Schriftsteller und Intellektuelle, die vor den Russen nicht geflohen seien, würden sie in ihren Schriften persönlich angreifen, beleidigen und diffamieren. Dieses wütende Statement gipfelte in der Aussage: Diese NGO hat kein Platz in Afghanistan.

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