hezarak

Letzter Ärger und Abschied aus Hezarak

Komisch, hier nun zu sitzen, zweieinhalb Wochen nach meiner letzten Nacht im Container, mir kommt das alles schon meilenweit weg vor. In der letzten Woche dort hat mich tatsächlich noch ein Magenvirus erwischt. Ich denke mal, der Koch hat mir das Wasser nicht abgekocht. Ist ja auch wenig einsichtig: Alle trinken das Wasser pur, es ist sauber und nur diese Weißnase will’s immer abgekocht haben. Eher ein Wunder, dass er’s die ganze Zeit für mich abgekocht hat.

Oh, das war ein böser Tag, ich wirklich völlig erledigt und bis mein Stuhl wieder normal war, das hat über eine Woche gedauert. Als ich da so über dem berühmten Loch hing, habe ich auch gedacht, jetzt lass ich wirklich alles los. Ich war ja so froh, dass meine Zeit zu Ende geht und dachte gar nicht daran, richtig Abschied zu nehmen. Aber ich habe eben doch Orte und Menschen lieb gewonnen, da hat halt mein Körper für mich losgelassen.

Und es wurde grüner, es wurde wärmer! Nebenbei hat mir das einen Haufen Fliegen im Container beschert und ich wusste dann auch plötzlich, warum mir ganz am Anfang einer der Wächter gesagt hatte: Es fehlt nur noch das Gitter vor dem Fenster. Ich war ganz entsetzt gewesen: Gitter vorm Fenster, ich bin doch kein Gefangener! Jetzt, mit den vielen Fliegen, wusste ich: Er meinte nur ein Fliegengitter.

Ich glaube, wir haben uns alle gefreut, das Grün zu sehen. Nicht nur die vielen Obstbäume, nicht nur die Bewässerungskulturen (von weitem konnte ich ein paar Tage einen richtigen Wasserfall hören, der aber auch künstlich war und Wasser auf bestimmte Felder brachte), auch die ganze höher gelegene Ebene von Hezarak bekam einen grünen Schleier. Sogar an den Bergen krallten sich ein paar Pflanzen fest.

Geärgert habe ich mich auch auf meine letzten Tage. Nasim, der Chef der Wächter und Lagerverwalter, betont penibel nach außen und gerne für sich am Abzweigen, drohte meinen Lehrlingen, dass das Lotterleben bald vorbei sei. Dann sei dieser Fremde endlich weg und dann sei er wieder ihr Chef. Irgendwie hat mich das mehr beschäftigt und gekränkt, als ich zuerst gedacht hatte. Eigentlich wusste ich, dass er mich nicht leiden kann.

Er ist ein ehemaliger Militär und ist aus dem Hassen noch nicht so richtig raus. Er versuchte noch zu verhindern, dass die Lehrlinge ihre selbstgebauten kleinen Schränke mit nach Hause nehmen durften. Dass ich ihnen das ermöglicht hatte, fanden alle NGE- Leute richtig doof. Ich hatte aber vorher Said Machmat danach gefragt, er hat es wohl nur nicht so richtig verstanden und als er es verhindern wollte, war es wirklich schon zu spät dazu, die Schränke waren schon gebaut.

Ich musste auch ein paar Zeilen schreiben und drei Leute informieren, um sicher zu stellen, dass er Ali Mohammad, einen meiner Leute, auch wirklich die versprochene und von mir bezahlte Werkbank mitnehmen ließ. Vor lauter Sorge, alle von uns gebauten Sachen könnten so langsam verschwinden, sobald ich weg bin, habe ich meinem Abschlussbericht eine ausführliche Inventarliste angehängt.

Zum Beispiel durfte ich die in der Abschlussprüfung gebauten kleinen Bänkchen nicht zum Materalpreis an meine Lehrlinge geben (die sie gerne genommen hätten), an die NGE- Leute aber schon. Die wollten auch alle gerne eines, waren aber nicht bereit, für das Holz zu zahlen. Ich denke, sie haben alle auf den Tag meiner Abreise gewartet und dann die Beute unter sich aufgeteilt.

Diese Regel, dass zwar etwas für den privaten Bedarf aller Leute gebaut werden
kann (solange es der Ausbildungsablauf zulässt), aber dass Holz dafür bezahlt werden müsse, scheint sehr unafghanisch gewesen zu sein.

Dabei kam sie nicht einmal von mir, sondern Ing. Mir Shah hatte sie im Gespräch mit den NGE- Kollegen, die gerade auf dem Hof waren, auf meine Nachfrage hin gemacht.
Ich habe mich dann daran gehalten, mir aber nur Feinde damit gemacht. Bestenfalls auf völliges Unverständnis bin ich gestoßen. Als Freund hätte ich ganz selbstverständlich das Holz, was zwar nicht mir gehört, aber über das ich verfügen kann, verschenkt. Eher noch als Sachen aus meinem tatsächlichen Besitz. So habe ich also beständig demonstriert, dass ich an Freundschaft kein Interesse habe.

Ich habe dann NGE am Ende des Workshops zwar Geld für Sachen, die wir für andere gebaut haben, übergeben, aber es war ausschließlich mein Geld, wie zum Beispiel das Geld für die Werkbank von Ali Mohammad. Lediglich der arme Co-Teacher Einnullah hat auf mehrfache Nachfrage für einen kleinen Stuhl für seine Tochter das Geld bezahlt und war deshalb total sauer auf mich.

Er hat übrigens bis zum Schluss sich die Namen der Lehrlinge kaum merken können (erstaunlich für einen Afghanen) und gegen Ende der Ausbildung zu meinem Entsetzen gerne bei ‚Leutnant’ Nasim übernachtet, wenn er in Kabul war. Was wohl auch bedeutet, dass er dessen Aktionen mitdeckt.

Für meine theoretische Abschlussprüfung brauchte ich in der letzten Woche die beiden Räume der Ingenieure für etwa zwei Stunden. Was an sich kein Problem war, weil Ing. Mir Shah als einziger der NGE- Ingenieure auf dem Hof war. Als ich ihn fragte, ob ich denn diese Räume haben könne, fragte er mich anstelle einer Antwort, was denn mit den beiden Klassenräumen wäre, die wir beantragt hatten.

Wir beide wussten, dass es gemein ist, mich für die damalige Ablehnung verantwortlich zu machen. Außerdem war es ja wohl unverhältnismäßig für zwei Stunden den Bau zweier Klassenräume zu verlangen. Mich hat das richtig getroffen, auch nachdem er die Benutzung nach dieser rhetorischen Frage erlaubt hatte. Ing. Mir Shah, der immer sehr höflich redete und immer lachte, wenn er mich sah, konnte mich in Wirklichkeit nicht ausstehen. Aber immer wieder hatte er wohl die Hoffnung, durch mich nach Deutschland zu kommen oder sonst welche Vorteile zu haben. Anfangs hat er mich wohl den anderen gegenüber als Kommunisten bezeichnet, ein Attribut, das mir in Hezarak richtig gefährlich hätte werden können. Ich hatte einmal gegen die ganz Reichen gelästert, dass solcher Reichtum verboten gehört.

In der Folgezeit habe ich dann nach allen Seiten ausgiebig über die Sowjets hergezogen, um das wieder hinzubiegen. Endgültig krumm hat er mir dann aber wohl genommen, als ich über den üblen Fundamentalisten Sayyaf eine Bemerkung verloren habe. Der hatte zum Beispiel die Wahnvorstellung gehabt, Kabul als Sündenpfuhl völlig ausrotten zu müssen und erst auf den ausgebleichten Knochen und planierten Ruinen nach einer Zeit der Grabesruhe ein neues, wahrhaft moslemisches Kabul wiederaufbauen zu können.

Said Machmat sagte zu mir in meiner letzten Woche: Es wäre nicht gut für ein Land, wenn eine ganze Gruppe von Menschen vom Wiederaufbau ausgegrenzt würden. Er meinte damit weniger die Taliban, als vielmehr Hektmatyar und seine Anhänger. Aber wie einen Konsens mit Leuten finden, denen alles andere als ihre spezielle Ideologie einen neuen Krieg wert ist?

Qiam, einer meiner Lehrlinge, wollte denn auch nicht abseits stehen bei dem Spiel ‚Burkhard ärgern’. Er erzählte mir nicht ohne Stolz, dass er drei Fenster an einem Tag bauen könne. Er ist derjenige gewesen, der am Saubersten arbeiten konnte, sauberer noch als Einnullah. Und war immer als einer der letzten fertig. Für sein erstes Fenster mit mir (das auf Zeit und nicht auf Stück bezahlt wurde) hatte er drei Wochen gebraucht. Na toll.

An die Esskultur hatte ich mich in diesen Monaten so gewöhnt, dass ich mich bei einem Besuch vom Bundesarbeitsamt (einer der Geldgeber von ZIM) in Hezarak nur schwer auf alle Einzelheiten deutscher Esskultur besinnen konnte. Ich hatte zwar daran gedacht, dass wir da nicht auf dem Boden sitzen können, jeder einen eigenen Becher braucht und Besteck anstelle der Finger zum Essen nimmt. Ganz vergessen hatte ich aber dafür zu sorgen, dass auch jeder einen eigenen Teller bekommt. Wenn es nicht etwas peinlich gewesen wäre, hätte ich wahrscheinlich laut gelacht.

Heute war mein Übersetzer Sadat zum letzten Mal mich besuchen. Er berichtete, dass ’alle’ nach mir fragen würden: „Did you see Burkhard? A really good guy! He’s no normal German!“ Ich hatte Sadat das letzte Mal noch ein paar Afghani mitgegeben, weil ich mich beim Umrechnen des Lohnes bei vier Leuten verrechnet hatte. Es hat sie wohl tief beeindruckt, dass ich eine Woche später dieses Geld noch schickte. Und dass ich das versprochene zweite Zertifikat noch habe bringen lassen, fanden sie toll. Sogar einer der Milizionäre hätte nach mir gefragt, meinte Sadat.  Das hat mir gut getan zu hören, auch wenn ich mir nach wie vor sicher bin, dass ich in Hezarak mehr Leute geärgert habe, als Freunde gewonnen. Aber das ist vielleicht auch nicht meine primäre Aufgabe gewesen.

Das Kapitel ‚Hezarak’ ist für mich jetzt beendet. Die Leute werden bleiben, aber meine Welt sieht nun wieder ganz anders aus. Worauf ich jetzt noch scharf bin ist, eine Ausgabe der Wuluswali- Zeitung in die Hand zu bekommen, in der ein Interview mit mir abgedruckt ist.

19. April

Entwicklungshilfeprojekte in Hezarak

Hezarak ist durch und durch eine Landwirtschaftsregion (wie fast überall in Afghanistan). So überwiegen bei den Entwicklungshilfeprojekten - neben medizinischer Versorgung und dem Bau von Schulen und dergleichen - die Arbeit in diesem Sektor. Die Erklärungen meiner Lehrlinge, warum sie zu spät gekommen sind, sind entsprechend: Die Kuh war krank, mein Esel ist gestorben und ich musste nach einem Neuen suchen, oder: Auf dem Weg zur Arbeit bat mich ein Nachbar, ihm beim Säen zu helfen. Ob ich wolle, dass sein Nachbar nicht richtig aussät?

Neben der eigentlichen landwirtschaftlichen Beratung gibt es aber auch den Wasserbausektor und das ist schon sehr interessant: Einmal sind das sehr große Brunnen, etwa zweieinhalb Meter im Durchmesser, die von unten her hoch gemauert werden (wenn sie nicht zu früh auf Wasser stoßen und dann nicht mauern können - dann bröckelt nur leider die Erde vom Rand her langsam wieder ins Loch) und der Bewässerung der Felder dienen. Zum anderen sind das aber die so genannten Kareze, in denen unterirdisch Wasser von Quellen an zu bewässernde Stellen gebracht werden. Manchmal sind das übermauerte Kanäle, manchmal aber sind es Stollen, die durch Berge getrieben werden. Das hat in Afghanistan seit vielen Jahrhunderten Tradition, wenn nicht länger (ich muss zugeben, dass ich nicht weiß, ob es nicht vielleicht schon viel älter ist). Leider hat UNHCR aus mir nicht bekannten Gründen die Unterstützung für diesen Teil des Wasserbaus eingestellt.

Zum Dritten gibt es dann noch die überirdischen, sichtbaren Kanäle, die ich immer wieder beeindruckend finde. Über viele Kilometer wird das Wasser vom eigentlichen Fluss- oder Bachbett abgezweigt, bis es dann irgendwann weit oberhalb des Talgrundes entlang fließt und so über viele Terrassen hinweg bewässern kann.

Es muss halt nur genug Wasser im Bach sein. Denn obwohl es jetzt schon seit fünf Wochen immer wieder regnet und das Grundwasser von Kabul inzwischen nicht mehr ganz so schrecklich schmeckt, wie am Anfang meiner Zeit, sind die Quellwasserreservoire in den Bergen noch lange nicht aufgefüllt. Die Bäche führen meist nur dann Wasser, wenn es gerade regnet. Darauf versiegen sie wieder.

Aber immerhin: Der Kabulfluss, der Panjir -Fluss, der Logar -Fluss, alles Flüsse hier in der Gegend, sie alle führen jetzt wieder durchgängig Wasser. Die Teppichverkäufer in Kabul, die ihre Stände im Flussbett hatten, mussten zum großen Teil dem Wasser weichen.

Probleme endlich gelöst! Ofen, Einstellung von meinem Co-teacher, Geld für die Lehrlinge und andere Kleinigkeiten

Heute bin ich einfach nicht nach Hezarak gefahren, sondern den Leuten in der Office so lange auf den Zeiger gegangen, bis alles zu meiner Zufriedenheit gelöst war. Nach all diesen kleinen Widrigkeiten mit dem Ofen habe ich mich entschlossen, mich selbst darum zu kümmern. Mein Ansprechpartner Said Machmat meinte zwar, er habe einen Ofen für mich und das sei überhaupt kein Problem und am Samstag, wenn ich immer nach Hezarak fahre, könne er einfach mitgenommen werden. Ich habe mich nicht davon irritieren lassen und sie sind am Samstag natürlich ohne Ofen und ohne mich nach Hezarak gefahren.

Was mich allerdings doch immer noch beeindruckt, ist die absolute Gewissheit, mit der immer wieder alles Mögliche behauptet wird. Selbst, wenn es sich unmittelbar als falsch belegen lässt, zum Beispiel durch bloßen Augenschein. Mir wäre das einfach peinlich. Außerdem wollte ich nicht nur einen Ofen bezahlt bekommen (besorgt habe ich ihn dann selbst), sondern auch endlich den Vertrag von Einnullah, meinem afghanischen Co-Teacher geschrieben sehen und ihm Geld nach Hezarak mitnehmen.

Dazu noch wollte ich den Monatslohn von meinen Lehrlingen und nachfragen, warum diverse Kleinigkeiten, die ich schon sechs Wochen vorher beantragt hatte, immer noch nicht in Hezarak angekommen sind. Zum Beispiel sechs Plastik Kannen für je 15 Afghani (30 Cent), damit meine Leute schneller sind mit ihren rituellen Waschungen nach dem Mittagessen. Bis jetzt benutzen sie gemeinsam zwei oder drei dieser Kannen und sind manchmal bis zu einer Stunde damit zugange, nacheinander halt. Ich bin mir zwar sicher, dass sie nicht ganz so religiös sind, wenn sie nicht nach Zeit, sondern nach Stückzahlen bezahlt werden, kann als Ungläubiger aber schlecht irgendetwas dazu sagen. Und Geld für mich, dass ich vorgelegt hatte, wollte ich auch.

Und zu meinem Erstaunen ging alles. Ich bekam sogar Geld, dass ich erst Ende der Woche brauche, für meine Exkursion mit den Lehrlingen nach Kabul. Dass hatte ich gar nicht erwartet. Schwierig war trotzdem fast jeder einzelne Punkt. Vor allem der Vertrag von Einnullah. Mir Rachim , der afghanische Chef  Kabul meinte erst, sie hätten keine Vertragsvorlage. Zum Glück hatte ich eine, sogar schon ausgefüllt. Dann meinte er, Einnullah könne nicht unterschreiben, weil er nicht da wäre. Immer mit dem Hinweis, wir machen das besser am Donnerstag. Und ich dann immer die gleiche Antwort: Dass wir Donnerstags immer zu spät kommen. Dann hat das Meeting schon angefangen und wenn es zu Ende ist, dann ist Einnullah auch schon längst gefahren, um den letzten Bus in die Nachbarprovinz Logar zu bekommen, wo er wohnt.

Ich bin also zu dem Ort gefahren, wo Einnullah gemeinsam mit den Köchen und meinem Übersetzer auf das NGE- Auto nach Hezarak wartete, habe Einnullah unterschreiben lassen und bin wieder zurück zum NGE- Büro.

Dann meinte Mir Rachim , es wäre besser, das Geld erst am Donnerstag zu holen, wegen der Sicherheit, die in Hezarak nicht gewährleistet sei. Fast hätte ich mich überzeugen lassen, bis mir einfiel, dass auch das schwierig sein wird. Das Geld wird einfach nicht da sein und keiner am Donnerstag Nachmittag Zeit haben, noch welches zu holen.

Es war ein Fight besonderer Art: Mir Rachim ist wohl in Sorge, dass der Schrank, den er Einnullah beauftragt hat nebenbei für ihn zu bauen, nicht fertig werden könnte, sobald Einnullah seinen Vertrag und Geld hat. Ich glaube nicht, dass er ihm Arbeitslohn zahlen will. Es soll wohl eine Gegenleistung sein dafür, dass er Einnullah diesen Job mit mir verschafft hat. Und ich will, dass Einnullah endlich seinen Lohn bekommt und mit diesem blöden Schrank nicht mehr so unter Druck steht. Letzte Woche konnte ich ihn nur noch mit Mühe davon abhalten, daran während der Arbeitszeit zu bauen. Ich war ziemlich abgenervt, weil damit auch klar wurde, dass er als Lehrer eher nicht zu empfehlen ist: Er wird ein Haufen Zeug nebenher machen, wenn ich nicht mehr da bin. Der arme Kerl kann nicht nein sagen.

Was dann wieder erstaunlich leicht ging, war den Ofen, den ich zuvor schon ausgesucht hatte, abzuholen. Ich wollte nicht wieder ein Taxi aus der eigenen Tasche bezahlen, wie schon zweimal an diesem Tag und war zu müde zum Laufen, wie auch schon zweimal an diesem Tag. Ich habe einen der NGE- Fahrer gefragt und der hat mich einfach gefahren, ohne Rücksprache auf drei Ebenen der Hierarchie. Ich war begeistert.

Er ist sogar noch mit mir zu dem Geldwechsler-Basar und hat mit mir die 100-Dollarnoten in kleine Scheine getauscht, so dass ich jedem Lehrling auch wirklich exakt seinen Lohn auszahlen kann. Und der Geldwechsler wollte kein Geld dafür extra.

Vormittags war ich mit Sadat unterwegs, der wieder eher unwillig war. Vor allem, dass ich soviel zu Fuß laufe und nicht jedes Mal ein Taxi nehme, ist wohl ziemlich blöde. Der Arme muss dann ja alles mitmachen. Könnte natürlich auch selber mal ein Taxi bezahlen. Aber wir sind dann in die Innenstadt und ich habe mit ihm zusammen bei einem dieser fliegenden Händler eine Jacke mit vielen Taschen für ihn gekauft, aus Leder. Aus gutem Grund habe ich ihm vorher den Preis gesagt, den ich bereit bin zu zahlen.

Ich glaube, er war ganz glücklich damit. Er hatte Wochen zuvor die Bemerkung gemacht, dass er meine Jacke ganz toll fände und ich glaube von seinem Lohn hat er nicht ganz so viel, sondern vor allem seine Großfamilie profitiert davon. Da sind Sachleistungen doch was Direkteres.

9.März

Der qualmende Dieselofen im Werkstatt’raum’ in Hezarak

Mitte Januar blieb es manchmal auch tagsüber sehr kalt (wenn es bedeckt war), dass klar wurde, ich muss irgendetwas unternehmen für meinen Werkstatt’raum’. Deshalb in Anführungsstrichen, weil es sich nach wie vor nur um eine überdachte Fläche handelt, die sich an die Außenmauer des Hofes anschließt und die ich zur anderen Hälfte mit Plastikplanen abgetrennt habe (d.h. nicht ich, sondern meine Lehrlinge). Ich habe mich also nicht mehr weiter auf Mündliches verlassen, sondern einen ordentlichen Antrag in der vorgesehenen Form gestellt. Passiert ist auch dann nichts. Zum Glück bekam ich wie beschrieben ganz unbürokratisch einen Dieselofen, der aber leider nicht funktionierte.

Letzte Woche kam zusätzlich noch einer der Ärzte aus dem Ärzteteam und nahm den Ofen aus meinem Unterrichtsraum mit, zu einem anderen Workshop, den das Ärzteteam machte (I’m very sorry about that, but we need it really...). Außerdem stellte ich mittags fest, dass für meine Leute nicht genug Tassen da waren, weil auch die von den Ärzten gebraucht wurden. Die schmerzhaft erworbenen Tassen...

Und alle gucken dann auch immer wirklich sehr mitleidsvoll zu mir. Ich erklärte daraufhin: Wenn es keinen Ersatz für diesen Ofen in meinem Unterrichtsraum gibt, fahre ich nachmittags mit dem nächsten Auto wieder nach Kabul, bis ich einen Ofen besorgt habe. Und einstweilen will ich in einem der Räume unterrichten, die einen Ofen haben.

Als klar wurde, dass ich diesen Blödsinn erst meine, war zwei Stunden später ein Ofen da. Der allerdings qualmte uns die Bude voll. Und unterrichtet habe ich an diesem Morgen in dem großen Schlaf- und Aufenthaltsraum der Wächter und Fahrer (was sehr viel bequemer war, als in der engen Butze, die wir sonst benutzen). Die Ingenieure wollten mich und meine schmutzigen (in der Tat!) Leute nämlich nicht in einem ihrer Räume haben, obwohl die frei waren.

Für die Werkstatt aber hatte ich immer noch keinen Ofen. Also am Wochenende noch mal mit dem Schrottteil nach Kabul, im engen Auto, jemanden bewegen, dass er diesen Ofen zur Reparatur bringt und danach den reparierten Ofen wieder nach Hezarak. Wo er wieder nicht funktionierte.

Ich habe mir in dieser Woche erst mal eine ordentliche Erkältung eingefangen, gleich am ersten Tag. Und war zusätzlich völlig abgenervt. Am zweiten Tag kam ich dann auf die tolle Idee, den Ofen immer erst per Hand mit Diesel zu laden und dann abbrennen zu lassen. Danach wieder vollschütten, anzünden und wumm! wieder in Gang bringen. Leider sind die Dieseldämpfe enorm, wenn man Diesel in einen warmen Ofen schüttet. Das ersetzt glatt ein Jahr Tankstellenarbeit.

Nun habe ich das Versprechen, einen anderen Ofen zu bekommen, morgen. Wir werden sehen. Die Zeit regelt es ja auch. Schon vor zwei Wochen bekam ich auf meine immer dringender werdende Bitte erst mal die Antwort, es werde doch immer wärmer jetzt....

2. März

Hochzeit meines Schülers in Hezarak

Said Machmat kommt erst am nächsten Morgen. Kurz bevor wir losgehen müssen, erreiche ich ihn. Er sagt mir, dass ich selbstverständlich gehen kann, das sei doch meine Entscheidung, ich wäre doch Projektleiter. Na ja, denke ich, immerhin hieß es bis jetzt immer, nicht ohne Begleitung.

Mit meinem Übersetzer und fünfzehn Auszubildenden laufe ich gegen Mittag los, wieder Richtung Karam, so wie in der Woche vor Aid. Diesmal ist der Himmel bedeckt und es schneit ein klein wenig. In Karam werden wir vor einer dieser Wehrburgen von den Verwandten von Zainulabuddin begrüßt. Zainu ist übrigens für afghanische Verhältnisse ein noch sehr junger Bräutigam, etwa 21 Jahre alt. Die Männer sind oft um die 30 Jahre, wenn sie heiraten, die Frauen oft zehn Jahre jünger. Wenn eine Frau mit Anfang Zwanzig noch nicht verheiratet ist, wird es für die Eltern langsam schwierig, einen Mann für sie zu finden. Alle denken, da ist irgendein Makel an ihr, sonst wäre sie längst verheiratet.

Innerhalb dieser Burganlage gibt es Mauern, die einzelne Viertel und kleinere Innenhöfe voneinander trennen und eine ganze Menge verschiedener Bauten, Zimmer, Kammern und Schuppen. Wir werden zu einer Hütte geführt, die, wie die meisten, mit dem Rücken zu der Wehrmauer (etwa dreieinhalbe Meter hoch) gebaut ist. Vor diesen Räumen ist eine Freifläche, auf der etwa dreißig Jungen gerade Essen bekommen. Wir ziehen in einem kleinen Vorraum unsere Schuhe aus und nehmen Platz in einem dieser fast gar nicht möblierten Zimmer. An der Wand hängt eine geschmückte Uhr als einziger Wandschmuck, wirklich nur als Schmuck, denn sie geht nicht. Alles ist aus Lehm, die Decke und die Fensteröffnungen werden durch Balken gebildet.

Wir sitzen auf Matten. Zu unserer Unterhaltung versuchen sie, einen Kassettenrecorder mit einem eigens herbeigetragenen Generator (der zum Glück vor der Tür bleibt) in Gang zu bringen, aber die abenteuerlichen Leitungen sind nicht gut genug für einen kontinuierlichen Strom. Wenn die Musik mal für zwei Minuten hintereinander zu hören ist, dann nur mit veränderlicher Geschwindigkeit. Derart in Stimmung versetzt, gibt es Essen und auch der Bräutigam erscheint.

Zu meiner Verwunderung ist er gar nicht so dolle herausgeputzt wie jener auf meinem ersten Hochzeitsessen und auch das Essen ist eher mager. Da es nur für uns vom Schreinerkurs ist, denke ich, dass es vielleicht für die Verwandten in einer der anderen Hütten besseres Essen gibt. Nach dem Mahle wird Abdul auf aufgeschichtete Kissen gesetzt und es wird ihm eine zweite Uhr (die noch wunderlicher geschmückt ist als die zuerst beschriebene direkt über ihm) umgehängt. Zudem macht er noch ein völlig trauriges Gesicht, als wolle er am liebsten gleich heulen. Ich darf ihn aber fotografieren, es sieht einfach zu komisch aus. Bislang wusste ich nur, dass die jungen Frauen sich am Tage ihrer Hochzeit auf keinen Fall freuen dürfen, weil sie doch das Haus ihres Vaters verlassen.

Ich versuche mein Geschenk, ein Streichmaß (ein Schreinerwerkzeug, eines der drei Werkzeuge, die aus meinem Besitz sind und nicht dem Entwicklungsdienst gehören) möglichst unauffällig Zainu zu übergeben. Das geht ganz gründlich schief, denn als ich aufstehe, herrscht augenblicklich Stille und volle Aufmerksamkeit. So bleibe ich –durch die anderen jungen Verwandten von Zainu (natürlich nur Männer) aufgehalten- mitten im Raum stehen und gebe ihm unter Applaus mein Geschenk.

Es wird laut gemutmaßt, wie viel es wohl wert ist: 100 Dollar? 50 Dollar? Und einer meint, genau wie erwartet: Dann heirate ich auch. Ich antworte ihm: „Das sage ich Deinem Vater („Deiner Braut“ darf ich natürlich nicht sagen), dass Du nur wegen einem Schreinerwerkzeug heiraten willst.“ Alles lacht, noch mal Glück gehabt.

Dann werden wieder umfangreiche Versuche mit dem Kassettenrecorder veranstaltet. Als das so gar kein Ende nimmt, schwant mir langsam, dass diese Versuche vielleicht dazu dienen, nicht arbeiten zu müssen. Mein Übersetzer ist mir da keine große Hilfe, weil, wie immer, sehr parteiisch zu seinen Gunsten. Ich frage leise Einnullah, meinen Co-Teacher, wann wohl Zeit sei zu gehen, auf Dari. Die anderen bedrängen ihn sogleich, laut zu sagen, was ich ihm zuflüsterte und der Idiot macht das auch. Sehr peinlich und ich weiß immer noch nicht, was ich tun soll. Immerhin habe ich auf der letzten Hochzeit von einem kleinen Jungen sofort nach dem Essen zugeflüstert bekommen: Jetzt musst Du gehen! Und auch die anderen gingen sofort nach dem Essen. Das ist wohl eigentlich üblich.

Inzwischen kommt der Kassettenrecorder etwas regelmäßiger in Gang und meine Aufbruchsversuche werden mit dem Hinweis beschwichtigt, jetzt werde ein bisschen getanzt und danach könnten wir ja gehen. Die meisten wollen aber bleiben, weil es sich nicht lohnen würde, noch einmal zum Hof zu laufen und dann anderthalb Stunden später wieder zurück nach Hause (viele kommen aus Karam oder seinem Nachbarort).

Sadat, mein Übersetzer, der auch bleiben will, fragt mich: „Und was ist Deine Entscheidung?“ ohne auch nur den geringsten Zweifel daran zu lassen, was die richtige Entscheidung sei. Ich soll dann immer sofort und jetzt entscheiden.

„Gut“, sage ich, „alle die bleiben wollen, können das, weil es wirklich weit ist. Ich notiere mir, wer das ist und wenn das Wetter wieder besser ist, wird an drei Tagen je eine halbe Stunde nachgearbeitet.“ Plötzlich taucht noch ein Arzt mit einem der Fahrer auf, der wohl in der Nähe zu tun gehabt hat und auch kurz hereinschauen will. Beide bekommen noch Essen nachgereicht und danach soll es losgehen, wieder zum Hof. Ich will ihn sofort um Hilfe bei meinen Entscheidungen bitten, aber er ist ziemlich stur der Meinung, dass er sich da keinesfalls einmischen muss. Also bleibt es bei meiner Entscheidung und die Hälfte der Leute kommt dann noch mit zurück, mit dem Auto.

17. Februar

Mehr Schwierigkeiten

Zwei Tage später bin ich etwas krank geworden, bisschen Fieber und sehr schlapp. Gestern hatte ich ein Gespräch mit Said Machmat über das Essensgeld. Wieso das bessere Essen der Ingenieure mit neun Mahlzeiten pro Woche nur 50 Afghani kostet und sie das schlechtere Essen der Schreinerlehrlinge mit 5 Mahlzeiten die Woche (und selbst mitgebrachtem Brot) mit ca. 500 Afghani/Woche veranschlagen.

Er meinte, dass das Essen für die Azubis in der nächsten Zeit noch besser werden kann. Schließlich wäre genug Geld da. Und die 50 Afghani, die die Leute hier zahlen, wäre nur deshalb so wenig, weil viele Sachen, wie Tee, Zucker usw. vom Büro aus bezahlt würden.

Ich glaubte die Erklärung nicht so ganz, trotzdem war ich froh über seine plausiblen Antworten, weil ich ziemlich Angst hatte, auf Konfrontation gehen zu müssen. Später redete ich noch kurz mit meinem Übersetzer über die Geschichte mit Samea (der mir, wie alle, einschärfte, doch zuerst mit ihm über jedes Problem zu reden). Er meinte, das sei auch in Afghanistan eine übliche Geschichte, in dieser Art Geld zu unterschlagen. Ich fühlte mich mit ihm sehr einig.

Kurze Zeit darauf sah ich ihn, diskutierend, mit einem Holzbalken unter dem Arm in einer ganzen Gruppe aus Wächtern und Azubis. Es stellte sich heraus, dass er dieses Holz mit nach Hause nehmen wollte. Er wurde total wütend, als ich meinte, er solle es bezahlen. Er bräuchte es dringend, aber dann würde er es eben nicht nehmen. Nach einer Weile brachte er mir noch eine Handvoll Nägel, die er auch hatte mitnehmen wollen.

Abends dann kam Said Machmat zu mir. Was denn mit mir, den Tassen und Samea gewesen sei. Irgendeiner hatte es ihm wohl erzählt. Ich hätte von mir aus mit niemandem davon geredet, aber als wir nach meinem Gespräch mit Samea zum Essen zusammen saßen, da sprach Samea mich an, was ich denn hätte. Vor allen Leuten. Ich sah wohl noch ziemlich bleich aus. Ich sagte ihm, dass mich das noch immer beschäftigen würde mit den Tassen und dem Geld. Was sollte ich auch sagen.

Gut, nun wusste es auch Said Machmat (der tags zuvor nicht da gewesen war). Ich habe es also kurz Said Machmat wiederholt. Er bräuchte aber nicht mit Samea zu reden, weil wir klar verblieben wären, dass er mir das Geld zurückgibt. Said Machmat ging und kam kurz darauf mit 400 Afghani zurück. Hier sei mein Geld, er hätte das sofort klären wollen. Oje, das wollte ich ja nun gar nicht. Ich wollte nicht zu ihm als Boss gehen, damit er Samea einen Rüffel erteilt.

Abends waren nur der alte Khalid, der Fachmann für Gartenbau und Dr. Haschir, der Veterinärarzt, auf dem Hof. Ich fragte sie, ob sie mir eine Lehrstunde in afghanischer Kultur geben könnten. Ich hätte das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben, ohne die leiseste Ahnung, was. Sie erklärten mir geduldig:

Samea wusste nicht, dass ich dieses Fest wirklich aus eigener Tasche bezahlt habe. Er dachte, das Geld sei vom Büro. Deshalb hat er auch geglaubt, die 200,- Dollar wären ein fester Betrag und ich bräuchte nichts davon zurück. Unmöglich zu erklären, dass ich noch sorgfältiger mit dem Geld umgehen würde, wenn es nicht meines, sondern vom Büro gewesen wäre. Für sehr gute und nahe Freunde ist es sowieso üblich, dass sie gegenseitig über das je andere Geld verfügen, soweit sie es in den Händen haben. Es sei sogar so, dass sie manchmal für irgendeinen Zweck Geld sammeln, wie z.B. dieser Todesfall. Wenn dann irgend jemand nicht da ist, dann bestimmt derjenige, der das Geld einsammelt, einfach einen Betrag. Und dieser Betrag kann sogar höher sein, als alle anderen bezahlen. Niemals würde jemand da meckern, selbst wenn für ihn das Geld knapp würde. Samea hatte sich also gerade deshalb mir gegenüber so verhalten, weil er sich mir nahe fühlte. "Ich habe das Geld doch nicht für mich genommen" hatte er gesagt.

Am gleichen Abend ist auch Sadat zu mir gekommen, mein Übersetzer, um noch mal über das Holz zu reden. Er hätte nachts große Angst gehabt, dass ich sauer auf ihn sei, meinte er. Es täte ihm leid, sagte er, konnte sich aber nicht verkneifen, hinzuzufügen, auch Nasim hätte gemeint, das sei eine böse Aktion von mir gewesen, ihm das Holz nicht zu gönnen. Wo er es doch so dringend brauchte. Und es sei so wenig gewesen, eine ganz billige Geschichte. Ich versuchte ihm zu erklären, dass er, als Gebildeter, auch ein Vorbild sei. Und wenn er Holz mitnimmt, warum dann die anderen nicht? Und wenn ein bisschen, warum nicht ein bisschen mehr? Und das vor aller Augen. Ich hätte es unmöglich zulassen können. Ich würde ja auch nicht ein badboy sein wollen oder ihm das nicht gönnen. Er solle mich fragen, wir würden dann schon eine Lösung finden. Nun, meinte er, er würde ganz sicher kein Holz mehr mitnehmen.

Morgens hatte ich ein ähnliches Problem: Vor allen anderen Schülern fragte mich der Älteste (und einer der ganz Netten), er hätte zwei Tage zuvor eine dringende Arbeit gehabt und hätte deshalb nicht kommen können. Ob er dann trotzdem Geld bekommen könne für diesen einen Tag? Ich verneinte, während Sadat mir einzuflüstern versuchte, ich hätte am Anfang aber gesagt, es sei möglich, trotzdem zu bezahlen.

Kurz darauf kam ein anderer Schreiner zu mir, der meinte, er wolle gar kein Geld für seine Abwesenheitstage, aber er würde ja in der Zeit Fenster für UNHCR bauen. Ob es möglich sei, dass ich seine Fehltage nicht in das Zertifikat schreiben würde? Meine Güte, wer bin ich eigentlich? Wohin mit der ganzen Luft, die mich da aufbläst zum Halbgott? Erst mal bin ich krank geworden.

Khalid warnte mich auch: Viele im Gebiet Hezarak seien Hektmatyar-Anhänger. Wenn die Amerikaner losschlügen im Irak, könne es auch gefährlich für mich werden, weil Gulbuddin Hektmatyar ja mit Taliban und Al Qaida arbeiten würde.

Abends sehe ich Lichterblitze am Sternenhimmel aus Richtung Khost, einem Kampfgebiet. Ing. Khalid (der sehr alt ist und ein verletztes Bein hat durch einen Autounfall) meinte noch, dass einige aus dem NGE- Office auch Anhänger von Sayyaf und Hektmatyar seien. Ich war erleichtert, mit noch jemandem darüber reden zu können und erzählte ihm, dass ich das wisse. Mir Rachim , Said Machmat und Mir Shah würden eng zusammenarbeiten. Ich hatte gleich darauf schon ein schlechtes Gefühl dabei.

Eine Woche später erzählte mir jemand am Donnerstag, dass auch Khalid ein Verwandter von Mir Rachim ist. In Taimani bekam ich einen richtigen Migräneanfall und schlief zwölf Stunden. Ich bekam Angst, dass ich vielleicht in Gefahr wäre, weil ich über Mir Rahim’s und Said Machmath’s Parteizugehörigkeit geredet hatte. Mein ganzes Vertrauen war weg, meine anfängliche Unbekümmertheit dahin. Ich wusste vor allem nicht mehr, wem ich überhaupt noch trauen konnte.

Auch wenn mich jemand warnte oder zur Vorsicht mahnte, war ich mir nun unsicher, ob er nicht nur eigene Interessen damit verfolgte. Das war das erste Mal, dass ich eine Ahnung bekam, warum Überbringer schlechter Nachrichten oft selbst dafür verantwortlich gemacht werden.

Vielleicht sollte ich doch mal wieder in den verräucherten deutschen Club gehen, um auch deutsche Gesprächspartner zu haben. Ich bin so erleichtert, wenn ich das Gefühl bekomme, mit jemandem offener reden zu können, dass ich gleich mein ganzes Herz ausschütte.

Doch zurück zu dieser Woche in Hezarak: An einem der Morgende sehe ich Sher Sar, einen der Lehrlinge, an einem Holzgestell bauen. Was das denn wäre? frage ich. Das gäbe einen Stuhl, einer der Fahrer hätte ihn bestellt. Ich frage den Fahrer, der gerade auf dem Hof ist. Aber es war der andere, der diesen Auftrag gegeben hat. Ich bitte Sher Sar, immer erst mir Bescheid zu sagen, wenn er für andere Aufträge annimmt.

Am letzten Tag der Woche sehe ich abends meinen Übersetzer Sadat, wie er diesen Holzbalken doch mitnimmt. Ing. Mir Shah hätte es ihm erlaubt. Ich bin fassungslos und kann erst mal nichts erwidern.

Abends gebe ich Ing. Samea die 400 Afghani wieder, entschuldige mich und erkläre, dass ich halt noch viel über die afghanische Kultur lernen müsse. Samea meint, das sei halt wie in einer Familie, da gebe es auch manchmal Streit. Aber wir könnten es jetzt vergessen. Es war aber nicht möglich gewesen, ihm das Geld direkt zu geben. Er nahm es nicht an. So fragte ich Mir Shah in der abendlichen Runde mit den Ingenieuren nach dem Essen, ob er denn ein Freund von mir sei und mir einen Gefallen tun könne. Klar, antwortete er. Ob er dieses Geld einem anderen Freund von mir geben könne mit einer Entschuldigung. Das Geld wurde sofort an den Tierarzt Haschir weitergegeben, der es wohl für Samea an Said Machmat gegeben hatte, ohne selbst zu wissen, ob er es wieder bekommt. Zu meinem Erstaunen erzählte Samea, dass er selbst Said Machmat gebeten habe, mit mir über das Geld zu reden.

Vielleicht hatte ihn das drei Tage zuvor auch beeindruckt, dass ich mir am Ende unseres Gespräches Notizen gemacht hatte (ich konnte ja nicht mehr richtig denken und hatte Angst, alles oder Teile zu vergessen). Said Machmat hatte zu mir gemeint: Er wolle mir die 400 Afghani möglichst schnell geben, damit wir unsere Probleme in Hezarak lösen und nicht nach Kabul tragen.

Abschließend weiß ich nicht genau, ob es wirklich gut war, Samea’s Umgang mit meinem Geld im Nachhinein doch abzusegnen. Ein paar Afghanen sagen, dass es unter guten Freunden schon möglich sei, ein paar andere meinen, das sei eine böse Geschichte. Und wer weiß, was ihnen mit meinem Geld noch alles einfällt.

Am nächsten Morgen sehe ich, wie Nasim, der Storekeeper, zwei Blumenständer aus der Werkstatt trägt. Ich schaue sie mir genauer an, Nasim ist es nicht geheuer, er will sie möglichst schnell wegbringen.

Zum Frühstück spreche ich auch darüber mit den Ingenieuren. Ich bitte Nasim, mir die Blumenständer noch einmal zu geben, um sie den Ingenieuren zu zeigen. Sie sollen mir eine Regel sagen, nach der ich verfahren soll mit all diesen Nebenarbeiten. Darf so etwas gebaut werden und was sind übliche Sanktionen, wenn ich Verstöße entdecke?

Nasim ist gar nicht begeistert, die Blumenständer (ich nenne die mal so, ich weiß nicht, wofür die sind: ca. 20 cm hoch, oben eine Platte, auch etwa 20 cm im Durchmesser, und hinten ein Kreuz zur Standfestigkeit) wieder rauszurücken. Nach einer Weile holt er sie: Ich sehe, dass einer davon anders ist, als die beiden zuvor, es muss also drei geben. Darauf angesprochen, wird er noch mürrischer und meint, er hole den Dritten, bitte allein, ich könne warten. Das wird spannend, denke ich, und gehe mit ihm. Und wirklich, hinten in der Ecke ist eine ganze Kiste. Die öffnet er schnell und holt das dritte Teil hervor.

Die Ingenieure meinen dann, niemand dürfe etwas außerhalb des normalen Auftrages bauen. Ich solle Bescheid wissen, wenn es Nebenarbeiten gäbe. Jeder solle einen Antrag an Mir Shah geben, und der würde mir das dann schriftlich weiterreichen. Wer dagegen verstößt, wird entlassen. Wunderbare Entscheidung, alle finden sie toll. Bis auf mich, denn ich weiß, dass das auf keinen Fall funktioniert. Khalid z.B. bat Alisardar, ein Bänkchen für ihn zu bauen, den Tag zuvor..

Zum Unterrichtsanfang bitte ich Hermid, den Lehrlingen ihre Entscheidung bezüglich dieser Nebenarbeiten mitzuteilen. Ich habe die Blumenständer dabei und halte sie hoch und staune, wie gebannt die Lehrlinge den Worten Assads zuhören. Mal sehen, ob es etwas ändert. Danach will Einnullah etwas über den Gebrauch der Säge erzählen und ich bitte Sadat, mit mir in meinen Container zu kommen. Während ich ihm erzähle, wie sehr mich das aufregt, dass er dieses Holz nun doch mitgenommen habe, spüre ich es auch: Ich bekomme kaum Luft beim Reden.

Er meint, alle Ingenieure hätten es ihm erlaubt, später meint er, Nasim habe alle Ingenieure gefragt. Nasim habe ihm dass Holz aufgedrängt, er hätte noch gesagt: Burkhard wird sauer sein. Ich will mit ihm einen Vertrag machen: In Zukunft solle er mich fragen, ich würde das Holz für ihn bezahlen. Nein, nein, er würde das Holz bezahlen und legt 120 Afghani (ca. 3 Euro) auf den Tisch.. Er sei auch arm, sagt er. Das sei alles, was noch übrig ist von seinem Lohn (150 Euro), den er die Woche zuvor bekommen habe. Die fehlenden 30 Afghani würde er sich borgen.

Ich sage ihm, ich bezahle das für ihn, aber er solle mich bitte in Zukunft fragen. Zum Schluss erzählt er mir noch, dass Alisardar auch etwas für sich gebaut hat. Er habe ihm noch gesagt: Lass das lieber. Mein Problem ist, dass von dem Material, was ich habe einkaufen lassen, für diesen Workshop inzwischen schon ein Teil fehlt. Außerdem hatte ich durchgesetzt, dass meine Schüler nicht für Produktion, für Stückzahlen, sondern Zeit bezahlt werden. Das fanden die Verantwortlichen erst nicht so gut. Jetzt weiß ich warum. Meine Lehrlinge haben nun alle Zeit der Welt, alles Mögliche zu bauen. Wenn sie aber nach der Anzahl der von ihnen gebauten Fenstern bezahlt werden, wie soll ich da vernünftigen Unterricht machen? Und wie kann ich mit ihnen zum Beispiel Kisten für ihr Werkzeug bauen?

Zum Abschluss dieser Woche holt mich Arnold nicht ab, wir warten vergeblich. Später stellt sich heraus, dass sie ein Treffen im Büro angesetzt haben, Donnerstagvormittag. Ich erfahre Tage später nur zufällig davon.

Auf dem Hof in Hezarak ist an diesem Tag also nur ein gemietetes Taxi da, vierzehn Leute wollen nach Kabul. Per Handfunk (die große Antenne ist ausgefallen) rufen sie noch ein Auto, aber es gibt Probleme im Büro in Kabul.

Später kommt dann doch ein schlecht gelaunter Fahrer, der zu mir meint, er sei extra nur wegen mir gekommen. Kurz darauf erzählt er mir noch, dass das Taxi viel bequemer sei, als sein Auto, ob ich nicht wechseln wolle. Später stellt sich heraus, dass er Hermid gegenüber behauptet hat, ich habe sein Auto durchsucht, weil ich ihn verdächtigen würde, was zu klauen. - Ich bin sprachlos. Mir fällt ein, dass er wohl sauer ist, weil ich ihn gefragt habe, ob er den Auftrag an Sher Sar gegeben hat. Über Ing. Mir Shah entschuldige ich mich, dass ich vielleicht unhöflich gewesen sei. Ich würde nicht daran zweifeln, dass er ehrlich ist. Ich hätte ihn nur gefragt, um herauszubekommen, wer den Auftrag an Sher Sar gegeben hätte. Ich weiß nicht, ob er meine Entschuldigung akzeptiert. Klar ist, dass ich mich mit meinem Versuch, Material und Zeit meines Workshops zusammenzuhalten, nur unbeliebt mache.

In Kabul lädt mich Nasim, dem wohl nicht ganz geheuer ist, zum Essen zu sich nach Hause ein. Und Einnullah pumpt mich um 50,- Euro an (die ich aber nicht habe), weil er noch immer weder Lohn noch Vertrag hat. Dass der Entwicklungsdienst mit ihm bisher keinen Vertrag gemacht hat (der liegt noch immer auf dem Schreibtisch von Karl Anders), wird von den  Leuten und von Einnullah natürlich mir angekreidet. Ich versuche es gleich an diesem Donnerstag zu regeln, fahre ins Entwicklungsdienst-Büro quer durch die Stadt. Da ist aber niemand mehr. In meinem Brieffach statt dessen eine 2. Mahnung der Rentenkasse: Trotz mehrfacher Aufforderung ist es der Verwaltung nicht gelungen, mich abzumelden. (Ich selbst hatte es auch getan, aber das reichte nicht, weil ich eine Bestätigung brauchte.)

28. Januar

Das große Essen

In der zweiten Woche meiner Ausbildung habe ich dann ein großes Essen gegeben, für 200,- Euro. Samea und Hermid erklärten sich bereit, mir zu helfen, machten mit mir eine Vorbereitungsliste (zum Beispiel gab es nicht genug Geschirr) und eine Einkaufsliste. Gemeinsam überlegten wir, wen wir einladen könnten.

Im Grunde wollte ich nur Afghanen einladen, eine Party für Hezarak, mich den örtlichen Offiziellen vorstellen. Dann wurde mir aber klar, dass ich auch die Kabuler Chefs einladen müsse. Und dann auch ihre Frauen.. Kurz vor der Party steckte mir Samea, dass es aber nicht ginge, dass mit diesen konservativen Käuzen die beiden Frauen mitessen würden. Ob ich die nicht fragen könne, ob sie vielleicht in meinem Container essen würden. Ach du Schreck!

Sie kamen nicht. Nur Afghanen, nur Männer. Irgendwann später meinte der (selbst konservative) Said Machmat, so ein Quatsch, natürlich hätten die beiden Frauen mitessen können. Die seien Europäerinnen, da sei das kein Problem. Und Arnold meinte: „Da hättest Du eine schöne Szene erleben können, wenn du die Frau vom Chef gefragt hättest, ob sie im Container isst.“ Noch mal Glück gehabt.

So war es eine große Sache wohl. Und ich völlig aufgelöst. Statt der geladenen zehn Bezirks- und Dorf- Ältesten kamen fünfundzwanzig. Alle wohl, die etwas zu sagen hatten. Ihre Titel habe ich nicht begriffen, aber einer war ganz offensichtlich der örtliche Commander: Er zog als einziger die Schuhe nicht aus, sondern setzte sich damit auf die Tischdecke. Schon sein Gesichtsausdruck sah erstaunlich dämlich aus. Die anderen gefielen mir zumeist wesentlich besser: Alte Männer wie aus dem Bilderbuch, mit Afghanenkleid, barfuss in Badelatschen, Turban auf den wettergegerbtem Kopf und Bart bis in den Suppenteller. Und würdevoll.

Wir saßen vor dem Haus auf einer Art Terrasse, in zwei Reihen uns gegenüber. Die Azubis und die Wächter saßen etwas abseits. Toll, dass es möglich war, draußen zu essen, immerhin Mitte Januar. Aber tagsüber ist es halt doch ziemlich warm, wenn die Sonne scheint. Zu Anfang rezitierte (das heißt hier: sang) Samea eine Koransure, darauf hielt erst Mir Wais (der die Gemeinwesenarbeit macht), später Mir Rachim eine Rede, und dann war ich dran. Meine spärliche Dari- Kenntnisse begeisterten alle und ich entschuldigte mich höflich, weil ich kein Pashtu könne.

Ich ging bald ins Englische über und hielt eine Lobrede auf die alte und hochentwickelte Kultur von Afghanistan, erzählte kurz, was ich hier tue und gab ein Sprichwort zum Besten. Mittendrin schaute ich plötzlich in das völlig verblüffte Gesicht von Samea, der den englischen Teil meiner Rede übersetzte hatte: Ohne es zu merken, hatte ich plötzlich Deutsch gesprochen!

Von vielen Seiten sollte ich später hören, das sei eine tolle Party gewesen, ein "powerful Meeting"! Es war wohl das hochrangigste Treffen im Distrikt Hezarak seit dem Krieg. Ganz viele halfen, angefangen von dem Hazara- Tierarzt Dr. Haschir, der mit wundervoller Schrift die Einladungskarten schrieb, über meine beiden Logistik-Helfer Samea und Hermid, mit denen ich zusammen auch ein Großteil des Einkaufes machte (und nur mit Mühe das von Arnold versprochene Auto bekam - ohne ihn, aber mit seinem Fahrer und seinem Übersetzer) bis hin zu den Köchen und all jenen, die den Tisch deckten und abräumten, Geschirr von zu Hause mitbrachten und vieles mehr.

Samea fragte ich dann auch, wem ich Geld bezahlen solle, weil ich das - außer für die Köche, das war mir klar - nicht einschätzen konnte. Er nannte mir dann noch einen Wächter, der auch mit geholfen hatte.

Am Tag darauf steckte mir mein Übersetzer, dass der Lagerverwalter Nasim sauer gewesen wäre, dass er nichts bekommen habe. Erst verstand ich, dass Sadat für sich selbst um Geld bat und war verärgert. Ich erzählte den Ingenieuren davon, was wiederum Sadat sehr verschämte und mich zu einer öffentlichen Entschuldigung veranlasste. Nasim aber ließ nicht locker und nachdem einer der Fahrer, offensichtlich von ihm geschickt, auch irgendeine Bemerkung in dieser Richtung machte, sprach ich mit Samea darüber. Eigentlich um zu erfahren, ob er vielleicht doch jemanden vergessen habe. Einen Tag später saß ein völlig eingeschüchterter Nasim bei mir im Container, entschuldigte sich vielmals und fragte kleinlaut, ob ich wirklich mit dem Chef in Kabul darüber reden wolle, wie ihm Samea angedroht hatte.

Ich konnte ihn beruhigen, gab ihm aber nichts. Mir war es lieber, nicht noch nachträglich jemanden auf sein Verlangen hin Geld zu geben. Ich sah schon eine mehr oder weniger fordernde abendliche Schlange vor meinem Container. Was allerdings aus all den Resten dieses Festes und all jenen Sachen, die ich zwar eingekauft, aber beim Essen nicht gesehen hatte, passiert ist, das sollte mich noch etwas beschäftigen.

20. Januar

Unterricht mit Afghanen: In der Schreinerwerkstatt in Hezarak

Ich glaube, Einnullah kann recht gut erklären und die Azubis haben viel (fachlichen) Respekt vor ihm. Aber als praktischen Lehrer muss ich ihn immer wieder auffordern, nicht alles selbst zu machen, sondern zu zeigen und dann machen zu lassen und vor allem, dann auch dabei zu bleiben. Oft steht er nur herum und wartet, dass jemand ihn anspricht. Dabei sehe ich bei meinen Rundgängen durch die Werkstatt so vieles, was ich korrigieren, erläutern oder zeigen kann. Und er sieht ja mit Sicherheit mehr, weil er vertrauter mit dem Handwerkszeug ist.

Was ihm vor allem aber fehlt, ist Struktur und Planung. Wenn ich ihn bitte, im theoretischen Unterricht (meist so 1 - 2 Stunden am Anfang des Tages, da ist die Werkstatt eh noch sehr kalt) zum Beispiel über den Hobel zu erzählen, dann läuft er zu Höchstform auf. Die Leute hören interessiert zu und können hinterher auch gut wiederholen, was er gesagt hat. Unseren Unterricht machen wir in dem etwa 12 qm großen Raum, in dem ich zuvor geschlafen habe. Es gibt Sitzmatten und eine weiße Tafel für abwaschbare Filzstifte. Den theoretischen Unterricht finde ich übrigens das Tollste überhaupt. Weil die Schüler so wach und aktiv sind.

Es ist einfach, sie zu bitten, nach vorne (das hört sich nach Raum an, aber die vorderen müssen sich nur umdrehen, so eng sitzen wir) zu kommen und selbst etwas zu erklären. Und meinen Ausführungen lauschen sie wirklich gebannt. Ich glaube auch, dass sie viel verstehen, weil ich sie öfter wiederholen lasse und weil sie oft auch richtig gute Fragen stellen. Die wollen wirklich wissen, wie ein guter Schreiner arbeitet.

Einmal habe ich sie auch Klassenstunden machen lassen und heraus kam eine ganze Liste mit Sachen, die sie noch brauchen, z.B. eine abwaschbare Decke für das Essen oder Plastikkannen für das Waschwasser vor dem Mittagsgebet. Zwischendurch habe ich selbst etwas ausprobiert, eine eher komplizierte Rahmenverbindung für eine Kistenecke, also aus drei Richtungen. Die war zu meinem eigenen Erstaunen ohne Leim bombenfest und hat meiner (fachlichen) Autorität bestimmt auch gut getan.

Etwas vermurkst habe ich mich dagegen mit meiner Art, meine Säge zu schärfen. Meine Säge ist danach scharf, aber sie ist in 2 oder 3 Punkten entgegen dem deutschen Lehrbuch (und ich glaube, das Lehrbuch ist besser als ich) und zusätzlich glaube ich, dass die afghanische Art, die Säge zu schärfen, besser ist als das deutsche Lehrbuch. Nun habe ich aber schon einigen Lehrlingen meine Art gezeigt und auch Einnullah traut sich nicht mehr so richtig, seine Art und Weise den Lehrlingen zu zeigen. Mal sehen, wie ich da wieder rauskomme.

16. Januar

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